Haltung von Kaninchen

Immer wieder melden sich bei uns "Kaninchen-Neulinge", genauso wie erfahrene Hasen-Mamis und -Papis. Um euch allen ein paar Tipps zur Haltung der süßen Wackelnasen zu geben, teilen wir hier unsere Erfahrungen aus den letzten 20 Jahren.


Anschaffung: ein oder zwei Kaninchen?

Immer wieder kommt die Frage: einen Hasen oder zwei? Die Antwort ist ganz eindeutig: ZWEI (oder mehr :)). Kaninchen sind zwar keine "Rudeltiere" leben in der freien Natur aber im Sozialverbund. Und das merkt man. Sie schlecken sich gegenseitig ab, spielen miteinander fangen, kuscheln, wärmen sich und ja, manchmal streiten sie sich auch *lach*

 

Also in jedem Fall (mindestens) zwei Kanichen anschaffen!

Männchen oder Weibchen?

Nach der Fragen "Ein oder zwei Kaninchen" kommt meistens direkt die Frage nach dem Geschlecht:

 

- Männchen und Weibchen?

- Zwei Weibchen?

- Zwei Männchen?

 

Auch hier gibt es eine ganz klare Empfehlung unsererseits:

 

Männchen & Weibchen, das passt sehr gut zusammen, dabei das Männchen dann möglichst früh kastrieren lassen. Ebenfalls möglich ist eine Kombination zweier Männchen, wenn beide frühzeitig kastriert werden.

 

Nicht so gut als Paar funktionieren zwei Mädels, die werden zickig wenn sie geschlechtsreif werden und das führt dann oft zu Kämpfen und Verletzungen. Meistens vertragen sich zwei Weibchen bei einsetzen der Geschlechtsreife nicht mehr und müssen getrennt werden. Wir vermitteln deshalb nur "gemischte" Paarungen oder zwei  Zwergwidder Männchen miteinander.

 

Rammler werden nach der Kastration übrigens sehr viel ruhiger und sind dann ganz wunderbar verschmuste Zeitgenossen :)

 

Und eine wichtige Info noch: macht euch keine Sorgen, das ein junges Männchen ein gleichaltriges Weibchen decken könnte. In der Regel werden die Mädels später geschlechtsreif (mit ca. 5 Monaten) und somit auch erst dann empfängnisbereit. Die Jungs können also kastriert werden, bevor es bei den Mädels richtig los geht :)

Kastration oder Sterilisation?

Auch zu diesem Thema haben wir eine ganz klare Meinung: Kastration!

 

Der Eingriff einer Kastration eines männlichen Zwergwidder (Minilop oder NHD) ist ganz unkompliziert. Es werden "nur" die Hoden entfernt mit einem kleinen Schnitt der in der Regel sehr schnell wieder verheilt.

 

Bei einer Sterilisation werden einem weiblichen Zwergwidder die Eierstöcke entfernt, dazu ist eine aufwänderige OP am Bauch notwendig die nicht ganz risikolos ist.

 

Mit "früh kastriert" wie oben beschrieben, meinen wir vor eintreten der Geschlechtsreife. Sobald die Hoden sichtbar sind, können männliche Zwergwidder kastriert werden. Das ist oft schon mit ca. 4 Monaten möglich. Sprecht dazu so früh wie möglich mit eurem Tierarzt. Meistens könnt ihr die Hoden auch selbst schon sehen und spüren, sobald diese aus dem Bauchraum in den Hodensack gerutscht sind.

 

Scheut euch bei der Auswahl der Geschlechter übrigens nicht vor den Kastrationskosten. Diese belaufen sich auf einmalig ca. 50 - 70 Euro pro Tier und dafür habt ihr dann ein Hasen-Pärchen, dass sich in der Regel ein Leben lang gut verträgt.

Gruppenhaltung

Wie bereits beschrieben leben Kaninchen in freier Natur im Sozialverbund. Deshalb ist es - je nach vorhandenem Platz - auch möglich, eine Kaninchengruppe zu halten. Dabei gilt in der Zusammenstellung der Gruppe auf folgendes zu achten:

 

- Wie auch bei der Haltung von Zwergwidder-Paaren sollte immer ein kastriertes Männchen in die Gruppe integriert werden. Reine Mädels-Gruppen funktionieren in der Regel nicht.

- Je mehr Kaninchen in einer Gruppe leben, desto mehr Platz sollte sein - logisch :)

- In einem Gruppengehege sollte ausreichend Platz zum "aus dem Weg gehen" und auch zum verstecken bzw. zurück ziehen sein. Wie bei uns Menschen gibt es auch hier unter den dicksten Freunden mal Knatsch ... Außerdem sind die Mädels von Zeit zu Zeit "hitzig" und dann ggf. etwas zickig in der Gruppe.

 

Pauschal sagen wir - pro 3-4 Weibchen ein kastrierter Rammler der für "Frieden" sorgt. Gerne können wir aber auch persönlich über die Zusammenstellung einer Gruppe sprechen. Möglicherweise ja auch zu bereits vorhandenen Zwergwiddern oder anderen Kaninchen.

Drinnen oder Draußen?

Die natürlichste Art der Kaninchen-Haltung ist natürlich die Außenhaltung. Und auch da haben sich die Zeiten geändert: Kaninchen wollen und sollen nicht den ganzen Tag trostlos in einem dunklen Stall sitzen. Sie wünschen sich großzügige und helle Ställe, am liebsten aus Holz (Plastik ist so unnatürlich!) ohne direkte Sonneneinstrahlung.

 

Kombiniert mit einem großen Freilauf oder Freigehege wäre das die beste Option für die Tierchen. Bei Freigehegen ist darauf zu achten, dass diese, genauso wie ein Stall einbruch- und außbruchsicher sind.

 

Kaninchen buddeln gerne mal Löcher und haben großes Talent, sich auch aus dem Freilauf frei zu buddeln :) Deshalb entweder regelmäßig beoabachten wenn die Kaninchen "Freigang" haben, oder direkt ausbruchsicher bauen.

 

Wichtig ist auch, das kein anderes Tier in Stallung oder Freigehege eindringen kann. Passt auf, vor Marder oder Füchsen, besonders bei Grundstücken in Ortsrandlage.

 

Unsere Kaninchen werden übrigens das ganze Jahr über im Freien bzw. in den Stallungen im Gartenhäuschen gehalten. Sie sind also zu jeder Jahreszeit in Außenhaltung und können somit auch bei Abgabge im Winter in Außenhaltung gegeben werden.

 

Grundsätzlich haben Kaninchen kein Problem mit Kälte sie entwicklen ein sehr gutes Winterfell. Im Gegenteil, mehr zu schaffen macht ihnen die Wäre. Deshalb, im Sommer, im Freigehege wie im Stall auf ausreichend Schattenplätze achten und immer frisches Wasser zur Verfügung stellen.

 

Auch die Haltung in einer Wohnung ist möglich. Dabei ist ebenfalls vor allem darauf zu achten, dass die Kaninchen genügend Bewegungsmöglichkeiten haben und das die Wohnung "kaninchensicher" gestaltet ist. Es dürfen keine Kabel erreichbar sein die angeknabbert werden können, ebenso müssen gifitge Pflanzen außer Reichweite gebracht werden, ein eventuell vorhandener Balkon muss "absturzsicher" sein usw. Bitte denkt auch daran, vor der Anschaffung mit dem Vermieter zu sprechen, ob die Haltung von Kaninchen erlaubt ist.

 

Unsere Empfehlung ist aber auch hier ganz klar: Außenhaltung!

Der Stall

Wie bereits beschrieben sollte ein Stall vor allem eines sein: groß! Aus Holz gebaut, sodass die Kaninchen auch sorglos mal ein Brett anknabbern können mit großen Türen damit man die Kaninchen einfach rein und raus nehmen kann.

 

Ausstattung:

Neben einer fest installierten Heuraufe (aus Eisen oder Draht) muss auch Platz für eine Trinkflasche, die in der Regel an der Türe angebracht ist, vorhanden sein. Achtet bei den Trinkflaschen darauf, das diese gut dicht sind und nicht permanent tropfen, sodass diese euch den Stall nicht überschwemmen ...

 

Dazu kommt dann noch eine kleine Futterschüssel, am besten aus Ton oder Keramik (auch hier bitte auf Plastik verzichten).

 

Achtet bei den Gittern an den Türen darauf, dass diese nicht zu grobmaschig sind, da der Stall einbruchsicher vor Marder etc. sein soll.

 

Und wichtig nochmal: keinen Platz wählen, wo der Stall direkt in der Sonne steht. Im Sommer entwickelt sich dort ziemlich viel Wärme. Im Winter können die Türen bei Bedarf oder besonders kalten Nächten ggf. mit Decken abgehangen werden, oder die Seitenteile des Stalls mit Styroporplatten isoliert werden.

Erstausstattung

Neben

 

- Stall,

- Freilaufgehege inkl. Beschattung,

- Futterschüssel,

- Trinkflasche und

- Heuraufe

 

(oft alles im Set erhältlich) gehört zur Erstaustattung auch eine geeignet große Transportbox. Denkt beim Kauf daran, dass eure Zwergwidder nicht immer "Zwerge" bleiben, sondern auch ausgewachsen noch zu zweit in die Transportkiste passen sollten (für Tierarztbesuche, Urlaubsbetreuung etc.).

 

Denkt bei der Abholung eurer Zwerge daran, die Transportbox mitzunehmen!

Futter

Der wichtigste Futterbestandteil für Kaninchen ist qualitativ hochwertiges Heu. Das sollte in einer Raufe immer 24 Stunden zur Verfügung stehen. Neben Heu (und Stroh das auch als Einstreu dient) empfehlen wir folgendes Frischfutter:

 

- Karotten, Sellerie, Kohlrabi, Salatblätter, Fenchel, Petersilienwurzel, Mangold

- Apfel, Erdbeeren, Birne

 

Für alle Gemüsesorten, Salate und Obst gilt: ungespritzt oder sehr gut gewaschen! Bei Obst und Kohl auf die Menge achten.

Weniger is(s)t mehr :)

 

Unsere Jungtiere bekommen in den ersten Lebensmonaten zusätzlich das Naturstruktur-Müsli von der Firma Nösenberger. Mit ca. 6 Monaten setzen wir das Trockenfutter ab, bzw. füttern es nur mehr ab und zu.

 

Grundsätzlich sollten Kaninchen Getreidefrei ernährt werden. Vor allem auf getrocknetes Brot ist aufgrund der Übertragung von Hefepilzen gänzlich zu verzichten.

 

Im Sommer kann man den Hasen auch Zweige von Obstbäumen zur Verfügung stellen. Die Kaninchen lieben die Blätter, aber auch die Rinde wird fleißig abgenagt. Das ist, genauso wie Heu sehr gut und wichtig für die Zähne der Kaninchen, da die Vorderzähne ein Leben lang weiter wachsen und durch das Fressen auf natürliche Art und Weise gekürzt werden.

Der wichtigste Futterbestandteil für Kaninchen ist qualitativ hochwertiges Heu. Das sollte in einer Raufe immer 24 Stunden zur Verfügung stehen. Neben Heu (und Stroh das auch als Einstreu dient) empfehlen wir folgendes Frischfutter:

 

- Karotten, Sellerie, Kohlrabi, Salatblätter, Fenchel, Petersilienwurzel, Mangold

- Apfel, Erdbeeren, Birne

 

Für alle Gemüsesorten, Salate und Obst gilt: ungespritzt oder sehr gut gewaschen! Bei Obst und Kohl auf die Menge achten.

Weniger is(s)t mehr :)

 

Unsere Jungtiere bekommen in den ersten Lebensmonaten zusätzlich das Naturstruktur-Müsli von der Firma Nösenberger. Mit ca. 6 Monaten setzen wir das Trockenfutter ab, bzw. füttern es nur mehr ab und zu.

 

Grundsätzlich sollten Kaninchen Getreidefrei ernährt werden. Vor allem auf getrocknetes Brot ist aufgrund der Übertragung von Hefepilzen gänzlich zu verzichten.

 

Im Sommer kann man den Hasen auch Zweige von Obstbäumen zur Verfügung stellen. Die Kaninchen lieben die Blätter, aber auch die Rinde wird fleißig abgenagt. Das ist, genauso wie Heu sehr gut und wichtig für die Zähne der Kaninchen, da die Vorderzähne ein Leben lang weiter wachsen und durch das Fressen auf natürliche Art und Weise gekürzt werden.

Kosten

Die laufenden Kosten für ein Kaninchen sind relativ gering. Neben ein paar Euro wöchentlich für Frischfutter und ggf. Heu, Stroh und Sägemehl als Einstreu für den Stall (ggf. kann man dazu aber auch bei umliegenden Bauernhöfen oder Sägewerken fragen) fallen Tierarztkosten für folgende Themen an:

 

- Ggf. ca. 2 x jährlich Krallen schneiden ca. 10 Euro

- Jährliche Impfungen ca. 50 Euro